Filesharing – Geschichte eines Trends

Einleitung

Das Filesharing stellt heute eine der populärsten Aktivitäten im Netz dar. Der meistgenutzte Vertreter dieses Genres, Uploaded Premium, wird monatlich von etwa 55 Millionen verschiedenen Personen besucht und genutzt, um Dateien aller Art mit aller Welt zu teilen.

Auch sogenannte Torrent-Sharing-Seiten, die eine andere Technologie für denselben Zweck nutzen, repräsentieren eine millionenschwere Industrie, die einen großen Teil des heutigen Internets ausmacht, obwohl sie sich größtenteils nur durch Spenden der Fans oder Werbung finanzieren.

Doch woher kommt das Filesharing? Was ist die Geschichte dahinter?

Geschichte

Der früheste Vorfahre des heutigen Filesharing ist wohl das Usenet, ein Netzwerk, das 1980 etabliert wurde und bis heute, besonders im deutsch- und englischsprachigen Raum, noch benutzt wird. Das Usenet galt zu seinem Entstehen eine Art Vorgänger, später zu einer Alternative zum Internet, doch weitaus privater, da es zuerst nur durch Server

schloss

File-Sharing wird von vielen Usern als sicher betrachtet

der

University of North Carolina at Chapel Hill sowie der Duke University, beide in den USA, zugänglich war.Später jedoch weitete sich das Usenet auf die ganze Welt aus und wurde zu einer Art zwielichtiger Alternative zum neuen Internet. Zwar ist die Beliebtheit des Usenets vor allem den vielen Messageboards und Foren zu verdanken, die dort erstellt wurden, doch das Usenet wurde ebenso mit g

roßem Eifer für das gegenseitige Versenden von Dateien, meistens durch ebendiese Foren, verwendet. Das Konzept des Filesharings war

damit geboren.

Natürlich war dieses Filesharing im Gegensatz zur heutigen Form sehr primitiv.

So gab es zum Beispiel strikte Einschränkungen bezüglich der Größe der Dateien, sodass selbst für damalige Standards nur kleinere Mengen ausgetauscht werden konnten, oft nur einzelne Kilobytes. Außerdem war die Download- sowie Uploadgeschwindigkeit auch begrenzt, da zur Verbindung mit dem Usenet Telefonmodems verwendet wurden, die eine deutlich niedrigere Verbindungsgeschwindigkeit besaßen als LAN- oder WLAN-Verbindungen.

Im Endeffekt wurde das Usenet hauptsächlich nur zum Filesharing genutzt, wenn wegen geographischen Gründen das persönliche Übergeben der Dateien mittels eines Speichermediums wie einer Diskette nicht möglich war oder man den Datentransfer geheim behalten wollte.

Wenn man auf das nächste Jahrzehnt blickt, so erkennt man die Entstehung einer neuen Technologie, die während den 1990ern in Massen zum Filesharing verwendet wurde: FTP.
FTP steht für File Transfer Protocol, also zu deutsch Datentransferprotokoll, und wurde speziell für den Nutzen als Filesharing-Technologie entwickelt. Es ist ein relativ primitives Protokoll, das einem PC erlaubt, Dateien von einem beliebigen, FTP-kompatiblen Server herunterzuladen sowie auf den Server hochzuladen.FTP entwickelte sich rasant zu einer Plattform für Filesharing-Enthusiasten und zeichnete sich durch weitaus größere Effizienz als Usenet-Verbindungen aus, doch da man ein FTP-Netzwerk nur nutzen konnte, wenn der PC mit einem FTP-Server verbunden war, was ausschließlich mittels Kabelleitungen möglich war, blieb sein Nutzen erstmal nur auf dem lokalen Bereich.

Die Entstehung des öffentlich zugänglichen Internets etwa in der Mitte des Jahrzehnts brachte einige große Veränderungen mit sich. Bezogen auf das Filesharing war nun eine brandneue Plattform geboren. Trotzdem wurde das Internet in seinen jungen Jahren eher selten für das Filesharing verwendet, hauptsächlich dank einem Mangel an Nachfrage, sowie weniger Webseiten oder Programme, die die Filesharing-Fähigkeiten des Internets ausschöpften.

Trotzdem gab es einige Innovationen im Bereich Filesharing während der zweiten Hälfte der 90er.

Zum Beispiel wurden nun Kompressionstechnologien und neue, kompaktere Dateitypen wie MP3 zuerst benutzt, um Dateien
mit geringerem Speicherplatzaufwand zu verschicken. Außerdem waren Modemverbindungen stetig schneller und effektiver geworden und waren nun weitaus besser zum Filesharing geeignet als noch zehn Jahre zuvor.

Innovation und Modernisierung im neuen Jahrtausend

Die frühen 2000er Jahre werden weitgehend als die erste richtige Boomphase des Filesharings angesehen.
Hier entstanden viele berühmte Filesharing-Dienste wie BitTorrent, der erste große Torrent-Service, oder RapidShare, heute eine der meistbesuchten Filesharing-Seiten. Außerdem entstanden viele neue, teilweise indirekte Wege, um Dateien zu teilen.
Zum Beispiel gab es 2001 erstmals die Möglichkeit, in Windows mithilfe des Media Players CDs zu rippen und in MP3-Dateien umzuwandeln. Diese konnten dann auf viele Weisen, nicht nur mithilfe von Filesharing-Seiten, mit anderen Menschen geteilt werden. Die Entstehung von USB 2.0 im Jahr 2000 machte dies noch einfacher durch die Nutzung von USB-Datensticks.
Ebenfalls sehr beliebt bis etwa 2010 waren sogenannte Messenger-Dienste wie Yahoo! Messenger oder MSN Messenger beziehungsweise das ältere AOL. Diese waren ursprünglich nur zur Kommunikation gedacht, wurden aber von vielen Usern als kostenlose Filesharing-Dienste genutzt.

Der Status Quo – Wo stehen wir jetzt?

Alle bis jetzt erwähnten Filesharing-Dienste und -Technologien haben eines gemeinsam: Sie sind, zumindest auf den ersten Blick, kostenlos. Natürlich gab es schon in der Zeit des Usenets bezahlte Dienste, doch die unübersehbare Mehrheit des Filesharing-Konsums wurde kostenlos verrichtet.
Erst seit einigen wenigen Jahren wird probiert, vom Filesharing zu profitieren.
Einige Webseiten machen es geschickt und stellen etwa nur Werbung auf ebenjene Seiten.
Sobald jemand die Werbung sieht, wird ein ‚Click‘ registriert und die Betreiber der Seite bekommen davon, zumindest indirekt, Profit. Allerdings gibt es noch eine andere Art, vom Filesharing weitaus gezielter zu profitieren, und zwar mit Monetarisierung des Filesharings an sich. Wenige der großen Dienste trauen sich so etwas zu, besonders die, die schon einen guten Ruf über die Jahre aufgebaut haben und diesen nicht durch Kritik am Bezahlsystem verlieren wollen.
Wenn man heute in die Top 5 meistgenutzten Filesharing-Webseiten schaut, wird man also kostenlose Dienste sehen.
Doch was ist mit dem Rest?

Uploaded-Premium als Beispiel des Untergangs des Filesharing?

Das wahrscheinlich beste Beispiel ist der von der Cyando AG betriebene Dienst unter dem Namen Uploaded Premium, beziehungsweise dessen Webseite Uploaded.net.
Auf Uploaded kann man sich kostenlos registrieren. Dies gewährt einem dann auch Zugang zu allen Features der Seite, mit dem Haken, dass zum Beispiel die Downloadgeschwindigkeit gedrosselt wird. Außerdem muss man sich mit Werbung herumschlagen sowie mit der Einschränkung leben müssen, nur eine Datei zur selben Zeit herunterladen zu können.
Bezahlt man jedoch für einen sogenannten Premiumaccount, so werden alle diese Einschränkungen aufgehoben.

Dabei sind die Preise nicht gerade sehr günstig: Für ein Jahr Mitgliedschaft bezahlt man schon mal 70 Euro.

Trotz diesem Bezahlsystem ist Uploaded, obwohl es nicht zu den erfolgreichsten Filesharing-Webseiten gehört, immer noch sehr beliebt und oft genutzt. Andere Seiten folgen bereits demselben Beispiel, wie FileFactory.

Es bleibt also abzuwarten, ob das Filesharing ein für den Endnutzer billiges, wenn nicht kostenloses Verfahren bleibt oder sich immer mehr zu einer vom Geld der User abhängigen Industrie entwickeln wird.